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Die Gewinner des Luxembourg Art Prize

Lionel Sabatté, Preisträger des Luxembourg Art Prize 2020

Lionel Sabatté ist 1975 in Toulouse (Frankreich) geboren. Er lebt und arbeitet in Paris (Frankreich) und in Los Angeles (Kalifornien, USA). Er ist Absolvent der Pariser Hochschule für Schöne Künste und hat sein Diplom 2003 erhalten.

Die Künstler, die ihn inspirieren: Alberto Giacometti, Pierre Soulages, Thomas Houseago und Paul Rebeyrolle.

Er gewinnt die Summe von 50.000€, die auf sein Konto überwiesen wird, und die Glückwünsche des Museums und der Jurymitglieder. Er kann das Geld ganz nach Belieben verwenden.

Im Mittelpunkt der Arbeit des Künstlers steht die Sphäre des Lebenden und die Verwandlungen der Materie im Laufe der Zeit. Seit mehreren Jahren hat er einen Prozess zur Gewinnung von Materialien ins Leben gerufen, die in sich die Spuren des Erlebten tragen: Staub, Asche, Kohle, tote Häute, Baumwurzeln… Diese Elemente werden auf unerwartete Weise kombiniert und die so kreierten Werke tragen in sich eine gewisse Zerbrechlichkeit und „beunruhigende Sonderbarkeit“ zugleich. Sie schaffen ein Hybrid-Bestiarium, in dem Kreaturen aus unermesslichen Tiefen Seite an Seite mit kleinen Vögeln von oxidierten Inseln, Bären, Wölfen, Emus, Eulen und Einhörnern leben …

Lionel Sabatté widmet sich zugleich der Malerei, der Zeichnung und der Bildhauerei und versucht, seine gesamten Werke in einer permanenten Vernetzung dialogieren zu lassen. Seine Erforschungen am Mineral, am Tier und generell an allem Organischen führen zu poetischen, sensiblen, verwirrenden Werken, die zu einer globalen Überlegung über unsere Bedingung und den Platz beitragen, den wir in unserer Umwelt einnehmen.

„Das aktivistische Recycling von Sabatté lässt sich nicht einfach in einer ökologischen und umwelttechnischen Sorge zusammenfassen. Wir können auf gut Glück von einem rettenden „Sprung“ sprechen. Dieses Recycling wird vielleicht ein Zeugnis des Spiels der Besorgnisse um das Überleben des Lebenden darstellen, der Warterei auf einen Vorstoß in Richtung des nunmehr erhofften Entkommens einer gnadenlosen, unformulierbaren Bedingung mit den schlicht „humanistischen“ Worten der Nachkriegszeit. Das Sammeln von „Staubschafen“ in der Metrostation von Châtelet in Paris, das Wiederzusammenkleben toter Häute bei der Fußpflege, um diese auf Alteisen, Holz, Zement, tote Bäume zu propfen, erinnert an die Arbeit der Lumpensammler von früher sowie an die Aktivität der Kinder und Frauen, die in den Haufen und Müllbergen der wilden Deponien in Afrika und Asien nach etwas Essbarem, Tauschbarem oder Verkaufbarem zum Überleben suchen. Der Lumpensammler, der von Baudelaire erwähnt wird, diese „Figur, die am besten die menschliche Misere darstellt“, ist – laut Benjamin – diejenige, die alles sammelt: alte Papiere, Korken, Knochen, Kartonschnipsel, Nägel, kaputtes Glas, tote Katzen und Hunde, die auf die Straße geworfen wurden: Mit einem Wort, alles, was verkauft werden kann.“ In den Haufen von Müll, Abfällen, Rückständen, Ramsch erkannte Victor Hugo: „die blühende Wiese“, das grüne Gras, das Leben. Die Werke von Sabatté ziehen alle Register und lassen als Echo dieses Zitat von Benjamin erklingen, der den Schriftsteller Siegfried Kracauer mit dieser Figur des Lumpenproletariats vergleicht: Ein Lumpensammler am Morgen – bei der Dämmerung der Revolution.“ Genauso sollte dieses Navigationsspiel zwischen Natur und Kultur betrachtet werden, das aus allen Überlegungen über dieses zentrale Thema der westlichen Ideologie ausschert.“ — Bernard Ceysson, 2019.

Ausgewähltes Werk:
„Rotes Glück unter der Haut“, 2019 - Öl auf Leinwand. 130x130cm (51 x 51 Zoll)

Beschreibung:
„Meine mit Öl- und Acrylfarben gemalten Bilder öffnen den Dialog mit den anderen Medien, in denen mein plastisches Universum seine ganze Fülle ausbreitet. Ich bediene mich der Farben, die miteinander verschmelzen, und lasse der wässrigen Dimension eine primordiale Bedeutung zukommen, die dem Werk sein organisches, mineralisches Aussehen verleiht. Von lebhaften und kontrastreichen Tupfen ausgehend, erzeuge ich einen Widerhall auf die Spuren der Zeit mit den endlosen natürlichen Veränderungen und der Bewegung, die jeder Lebensform inhärent ist. Es können zwar Motive aus diesen mystischen Malereien hervortreten, die einer Ästhetik des Chaos nahekommen (in der griechischen Mythologie ist das „Chaos“ eine primordiale Einheit, aus der das Universum entsteht), aber es wird dem Betrachter freie Vorstellungskraft gelassen, um in jedem Gemälde eine Qualle, ein Auge, einen Vogel, eine vom Himmel betrachtete Landschaft oder auch den Himmel selbst erkennen zu können.“

Jenny Ymker
Preisträgerin des Luxembourg Art Prize 2019

Jenny Ymker wurde 1969 in den Niederlanden geboren. Sie lebt in Tilburg in den Niederlanden. Sie besuchte die Constantijn Huygens Academy of Arts, Kampen (heute ArtEZ Zwolle).

Die Künstler, die sie inspirieren, sind Cindy Sherman, Francesca Woodman, Grayson Perry und Louise Bourgeois.

Dies war ihre dritte Teilnahme am Luxembourg Art Prize.

Sie gewinnt die Summe von 50.000€, die auf ihr Konto überwiesen wird, und die Glückwünsche des Museums und der Jurymitglieder. Sie kann das Geld ganz nach Belieben verwenden.

„Die Welt der Fantasie kann wirklicher erscheinen als die Wirklichkeit selbst“

Seit 2013 fertige ich Fotos in Form von Bildteppichen nach Art der Gobelins. Ursprünglich konnte der Begriff „Gobelin“ nur für Wandteppiche verwendet werden, die in der Gobelin-Manufaktur in Paris hergestellt wurden. Heutzutage verwendet man ihn auch allgemein für Bildwirkereien. Ich verwende den Begriff Gobelin, weil mir der Klang des Wortes gefällt und vor allem wegen seiner geschichtlichen Bedeutung.

Ursprünglich dienten Gobelins zur Dämmung der kalten Mauern in Burgen. Sehr früh trat jedoch die dekorative Funktion dieser Wandteppiche in den Vordergrund. Üblicherweise erzählen Gobelins Geschichten. Ich verwende die moderne Form dieser althergebrachten Wirktechnik, um Erzählungen aus heutiger Zeit darzustellen.

In meiner Arbeit beschreibe ich Situationen, um bei den Betrachtern Geschichten in Erinnerung zu rufen. Ich versuche immer, nicht zu wörtlich zu sein, damit die Betrachter Raum haben, um ihre eigenen Geschichten zu entdecken. Ich halte das Wachrufen von Geschichten für wichtig, weil ich glaube, dass unsere Fähigkeit, sie zu erzählen, ein unentbehrlicher Teil unseres Wesens ist. Ich habe lange im Gesundheitsbereich gearbeitet. Dort verstand ich, dass ein Mensch, der nicht mehr in der Lage wäre, über ein selbst unbedeutendes Ereignis zu sprechen, allmählich das Gefühl verlieren würde, etwas zu bedeuten, zu „zählen“.

Wenn ich eine Idee für ein neues Werk habe, versuche ich, einen geeigneten Ort zu finden, aber auch die passende Kleidung, Schuhe und Accessoires. An Ort und Stelle inszeniere ich die ganze Situation, dann mache ich Fotos mit einem Selbstauslöser oder einem Helfer. Eines der Hauptthemen meines Werks ist Entfremdung. Ich wähle sorgfältig Kleider, Taschen und Schuhe aus der Vergangenheit aus. Damit möchte ich das Gefühl der Entfremdung von der Umwelt verstärken. Diese Logik steht auch hinter meiner Entscheidung zu weben, statt zu drucken.

Meine Arbeiten sind in gewisser Weise persönliche Performances, die ich in Fotos verewige. In allen meinen Werken bin ich selbst das Modell. Das ist natürlich praktisch, weil ich immer verfügbar bin. Aber für mich ist es auch ein wesentlicher Teil des schöpferischen Vorgangs: eine bestimmte „Welt“ schaffen und in einem konkreten Augenblick ein Teil davon sein, um diese Situation einen Moment lang zu erleben.

Wenn ich ein gutes Foto erziele, wandle ich es in ein Wirkmuster um. Zusammen mit dem Teppichwirker wähle ich die passenden Farben der Woll- und Baumwollfäden aus. Dann werden einige Proben gewirkt. Ausgehend von diesen Proben kann ich noch Änderungen und Anpassungen vornehmen, danach wird der endgültige Gobelin gefertigt. Je nach Bild lege ich fest, ob der Gobelin in Farbe oder in Schwarzweiß gewirkt werden soll. Auf einigen Gobelins besticke ich dann Teile des Bildes, um bestimmte Elemente hervorzuheben und das Thema des Werks zu unterstreichen.

Ich liebe die Gobelin-Wirktechnik und das Sticken, weil mir das Labyrinth der bunten Fäden gefällt, die zusammen ein Bild ergeben. Ich nutze den Charme des Materials, damit die Betrachter sich nähern, bis sie wahrnehmen, dass das, was ich darstelle, nicht immer so schön ist.

Ausgewähltes Werk:
„Vervlogen (Bygone)“, 2018, Dekorative Kunst, Gobelin (Gewirkter Bildteppich, Wolle und Baumwolle), 193x291 cm

Beschreibung:
„Dieser Wandteppich spricht vom Loslassen.“

Ludovic Thiriez
Preisträger des Luxembourg Art Prize 2018

Ludovic Thiriez wurde 1984 in Frankreich geboren. Er lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Ungarn. Er ist hauptsächlich Autodidakt und hat ein Jahr lang ein Programm für Malerei an der Schule für Bildende Künste von Budapest in Ungarn absolviert. Künstler, die ihn inspirieren sind: Adrian Ghenie, Albert Oehlen, Cecily Brown, Gerhard Richter, Marlene Dumas, Maurizio Cattelan, Michaël Borremans, Neo Rauch und Peter Doig.

Es war das erste Mal, das er an dem Luxembourg Art Prize teilgenommen hat.

Er gewinnt die Summe von 25.000€, die auf sein Konto überwiesen wird, und die Glückwünsche des Museums und der Jurymitglieder. Er kann das Geld ganz nach Belieben verwenden.

Sein künstlerischer Ansatz:

Das Leben ist eine Ansammlung von Erfahrungen und Gefühlen. Von dieser Idee ausgehend, habe ich einen Entstehungsprozess in meiner Malerei gefunden. Die Idee ist, verschiedene Elemente und Stile übereinander zu legen, um so ein neues Gleichgewicht zu finden. Ich verbrachte meine Jugend damit zu träumen. Meine Eltern sagten immer, dass ich den Kopf in den Wolken hätte. Heute schöpfe ich, mit einer gewissen Zurückhaltung, aus den Vorstellungen und den Märchen meiner Kindheit. Meine Inspirationen kommen oft von alten Fotos oder meinen ganz eigenen Bildern. Oft finden sich Stickereien und Tiere in meinen Gemälden. Die Stickereien beziehen sich auf die Weitergabe von Wissen zwischen den Generationen. In Ungarn, wo ich ansässig bin, hatte jede Region ihre eigenen Motive und Stile. Die Qualität der Stickereien in einem Hause standen für die Qualitäten und das Können der Frau. Dieses Können gab die Mutter an die Tochter weiter.

Die Tiere sind Teil der Phantasie der Kinder und sehr präsent in Märchen. Ich nutze sie wie ein Symbol der Narration für meine eigenen Geschichten, sie werden manchmal zu ganz eigenen Persönlichkeiten.

Die Kindheit ist ein großartiger Spiegel der Menschheit, in welchem man Sanftheit, Verspieltheit, Gewalt, Zärtlichkeit, Laster, Fragen, Liebe usw. findet. Ein Rohling, den die Zeit formen wird. Das Kind erlangt langsam, mit viel Reinheit und Naivität, das Bewusstsein über sein Dasein als Menschen. Es ist dieser Moment, den ich in meiner Arbeit und meiner Forschung zu erfassen versuche. Ich beobachte diesen Übergang, wähle meine Momente, verschiebe meine Motive, um so ein Gefühl herauszuleiten. Michaël Borremans, ein zeitgenössischer Maler, den ich sehr verehre, sagte zu einer seiner Ausstellungen: „Je weniger ein Gemälde an Erklärung bedarf, desto besser ist es.“ Wenn ich verschiedene Elemente auf einer Leinwand „installiere“, versuche ich diese Idee immer im Kopf zu behalten. Es ist gleichzeitig sehr schwierig und spannend zu komponieren, zu wissen, wann die Geschichte aufhört oder weiter geht. Manchmal füllen sich meine Leinwände wie von selbst, manchmal bleiben sie sehr fein, was die Gefühle betrifft, die von ihnen Stück für Stück freigesetzt werden, wenn ich male.

Ausgewähltes Werk:
„Le garçon du voisinage“ („Der Junge aus der Nachbarschaft“), Acryl, Tinte, Öl auf Leinwand, 140 x 170 cm

Beschreibung:
Zu sehen ist eine Gruppe von lächelnden Kindern, die spaß haben und lachen. Außerdem ist da der Junge, der in einem abstrakteren Stil dargestellt wurde: „Der Nachbar“, er scheint mehr auf der Hut zu sein und wirkt weniger sicher. Ein anderes Kind zeigt mit dem Finger auf etwas, das sich außerhalb des Gemäldes befindet, etwas, das vielleicht auch die Vögel verschreckt hat. Dann ist da noch eine gelbe Linie, eine Zeichnung, ein temporäres geometrisches Konstrukt, das sich in der Mitte des Sumpfes auftut wie in einem Traum, der entweicht und zu etwas anderem wird.

Jarik Jongman
Preisträger des Luxembourg Art Prize 2017

Jarik Jongman ist 1962 in Amsterdam in den Niederlanden geboren. Er lebt und arbeitet in Amsterdam. Die Künstler, die ihn inspirieren, sind Adrian Ghenie, Anselm Kiefer und Peter Doig. Er erlangte sein Diplom an der Kunstakademie von Arnhem in den Niederlanden. Er arbeitet als Kellner.

2. Bewerbung beim Luxembourg Art Prize (2016, 2017)

Er gewinnt die Summe von 25.000€, die auf sein Konto überwiesen wird, und die Glückwünsche des Museums und der Jurymitglieder. Er kann das Geld ganz nach Belieben verwenden.

In seinen Werken begeisterte der Künstler im Laufe der vergangenen Jahre mit seiner Auffassung der Flüchtigkeit, der Ontologie, der Religion und der Geschichte. Viele seiner Werke beinhalten Formen der Architektur: Zimmer in Motels, Wartesäle und baufällige Gebäude, oft ohne Menschen, die häufig ein Gefühl der Nostalgie und des Nachdenkens erwecken und zweifellos etwas Zauberhaftes und Übernatürliches beinhalten.

In seiner letzten Arbeit, die speziell für den Luxembourg Art Prize entworfen worden ist, konzentriert er sich auf das, was er als wichtigste tragische Entwicklung unseres Zeitalters wahrnimmt. Wie für alle Paradigmenwechsel wurden auch hier die Grundlagen von mehreren Jahrzehnten gelegt, und wir entdecken all das, was sich nach und nach vor dem Hintergrund einer großen Verunsicherung entwickelt.

Der sozioökonomische Druck, die Einwanderung, die Flüchtlingskrise, der internationale Terrorismus und der Klimawandel zu einer weltweiten Beklemmung. Diese führt zu einem Gefühl von Angst und Kontrollverlust, das durch diese Probleme bedingt wird, und es entsteht eine postfaktische Gesellschaft, die niemand besser als Donald Trump, der Präsident der USA, verkörpert.

Der Künstler verwendet den Modernismus, oder genauer gesagt die modernistische Architektur, als Ausgangspunkt für die Idee, die besagt, dass er einen eher utopistischen Geist, der die idealen Visionen vor dem Leben und der Gesellschaft der Menschen schützt, sowie einen Glauben an den Fortschritt verkörpert. Der Modernismus wird stark belastet durch die Annäherung einer neuen architektonischen Form und einer sozialen Reform, die zu einer offeneren und transparenteren Gesellschaft führen, die an die menschliche Perfektion in einer Welt ohne Gott glaubt.

Der Machtgewinn von Josef Stalin hat die sowjetische Regierung dazu bewegt, den Modernismus zugunsten eines vorgetäuschten Elitismus zu verwerfen. Die deutsche nationalsozialistische Regierung hat den Modernismus als ebenso narzisstisch und absurd wie die „Juden“ und die „Neger“ bezeichnet. Die Nazis haben modernistische Gemälde neben Kunstwerken geistig Behinderter im Rahmen einer Ausstellung mit dem Titel „Entartete Kunst“ ausgestellt. Die Anklage des „Formalismus“ konnte zur Beendigung einer Karriere oder gar zu Schlimmerem führen. Aus diesem Grund sind zahlreiche Modernisten der Nachkriegsgeneration davon ausgegangen, dass sie die wichtigste Front gegen den Totalitarismus, den „Kanarienvogel im Kohlebergwerk“ bildeten.

Die Gemälde, die vom Künstler im Rahmen des Luxembourg Art Prize vorgestellt werden, greifen diese Ideen auf. Das Ziel besteht darin, das Gefühl einer bevorstehenden Bedrohung, bei der das Feuer eine wichtige Rolle spielt, zu übermitteln. Das Feuer ist ein altes Symbol für die Verwandlung und eine metaphysische Konstante in der Welt.

Diese Gebäude und diese Villen, deren Bedeutung ausgedehnt wurde, sind nicht mehr bloß Funktionsgebäude, sondern werden zu Ikonen und Symbolen. Er beschreibt sie als feine, transzendentale, begehrte und durch undurchdringliche und bedrohliche Kräfte bedrohte Strukturen.

Das Gefühl der Bedrohung ist greifbar. Undurchdringliche und bedrohende Strukturen überwältigen dieses Symbol der Modernität und Erleuchtung.

"It’s Gonna be Great, it’s Gonna be Fantastic" - 2017 - Öl auf Platten - 180 x 244 cm

John Haverty
Preisträger des Luxembourg Art Prize 2016

John Haverty wurde 1986 in Boston in den USA geboren. Er ist amerikanischer Staatsbürger und lebt in Massachusetts, USA. Die Künstler, die ihn inspirieren, sind Dieric Bouts, Hieronymus Bosch sowie Salvador Dalí. Er erhielt 2015 einen Master of Fine Arts am Savannah College of Art and Design in Savannah, Georgia, sowie 2010 einen Bachelor of Fine Arts an der Universität Massachusetts in Amherst, Massachusetts. Er arbeitet für eine Fluggesellschaft.

Er gewinnt die Summe von 25.000€, die auf sein Konto überwiesen wird, und die Glückwünsche des Museums und der Jurymitglieder. Er kann das Geld ganz nach Belieben verwenden.

Nah am Schamanismus angesiedelt, trägt die Malerei von John Haverty eine introspektive und ultra-sichtbare Kraft in sich. „Jedes Bild ist für mich eine persönliche Reise.“ Er ist den Retro-Fotoalben der 60er- und 80er-Jahre, der Skateboard-Kultur und der Hot Rod-Kultur verbunden. Der Künstler mischt seine Interessen mit seinen Reisen, „aber ich bevorzuge, dass jeder meine Kunst selbst betrachtet, seine Meinung entwickelt und seine eigenen Bilder um meine Werke herum entwickelt.“
Verrückt, fremd, feenhaft, schön, oder auch hässlich – alles ist relativ, was auch die Zeichnungen des Künstlers John Haverty bezeugen. „Wenn ich arbeite, verliere ich mich. Ich bin wie ein neugieriges Kind in einem psychedelischen Wunderland.“ Seine Stifte können somit Stunden an Details verbringen, an Linien, die ihn hypnotisieren. Jede Linie oder jeder Punkt ist wichtig für ihn und macht aus seiner Arbeit ein komplexes Werk. Aber selten ist die ihn führende Idee vollständig, „jeder Tag ist anders, es gibt immer Unbekanntes im kreativen Prozess. Wie jeder Tag anders ist, ist jede Stimmung auch anders.“ Betrachtet er später das fertige Werk, findet er Gefühle und Gedanken wieder, die ihn auf seiner Reise begleitet haben. „Ich habe Fotos, die meine Vergangenheit zeigen, wie sie wirklich war. Aber meine Bilder zeigen die Gefühle meiner Vergangenheit.“
So ist auch sein größtes Projekt entstanden, dieses Riesenbild, dass er 2013 begonnen hat: Gangrene. „Meine Kunst, wie ein Infekt, ist ein Gebilde, das organisch weiterwächst. Gangrene zeigt ein mehrdeutiges visuelles Gelage, das die Probleme der Gesellschaft ans Licht bringt…“.
Gangrene ist ein visuell gewaltvolles Bild, das das Auge stark fesselt. Die meisten Bilder, die diese Freske bilden, wurden in seinen Zwanzigern geschaffen, in einer irreführenden und für viele frustrierenden Zeit. Seine Bilder lassen viele Gefühle frei. Aber Johan Haverty sieht sich nicht als wütende Persönlichkeit. Die Gründe dieser Gewalt kommen aus anderen Quellen. „Als ich ein Jugendlicher war, schaute ich viele Horrorfilme. Die Gänsehaut, wenn man sich erschreckte, und die Liebe zu den klassischen Monstern, werden mit meinen Reisen vermischt, die mich stark beeinflussen. In Cape Cod ist mein Strandhaus eher düster, und manchmal fühle ich, dass ich von Geistern umgeben bin. Ich denke, dass all dies mich auf eine gewisse Art und Weise interessiert.“
Durch seine monumentale Arbeit zeigt der Maler Werke, in denen man versinken kann, in die der Zuschauer sich sowohl psychologisch als auch physisch einbringen kann. „Ich habe Mühe, Worte zu verwenden, um meinen Malerei zu beschreiben. Das Interesse ist für mich visuell. Mein Ziel ist das Einfangen der Aufmerksamkeit des Zuschauers, länger als nur für eine Sekunde.“

Circus“, 2015, Serie „Gangrene“, Feder und Aquarell auf Papier, 120 x 120 cm, Einzelstück

Albert Janzen
Preisträger des Luxembourg Art Prize 2015

Albert Janzen ist 1989 in Sibirski in Russland geboren. Er ist 26 Jahre alt und lebt als deutscher Staatsbürger in Amsterdam in den Niederlanden. Die Künstler, die ihn inspirieren, sind Gerhard Richter, Cy Twombly, Zao Wou-Ki und Antonio Murado.

Er gewinnt die Summe von 10.000€, die auf sein Konto überwiesen wird, und die Glückwünsche des Museums und der Jurymitglieder. Er kann das Geld ganz nach Belieben verwenden.

Ich untersuche die grundlegenden Aspekte der Bilder, das heißt ihre Linie. Die Linien sind die intuitivsten Mittel zur Wahrnehmung und zum Verstehen unserer Umwelt. Jedes Erkennen visueller Strukturen hängt vom Erkennen der Linien ab. Diese Abhängigkeit ist auf die absolute Einfachheit der Linien zurückzuführen. Sie sind so einfach, dass nichts ohne sie entworfen werden kann. Alles kann mit Linien aufgebaut werden, aber nichts baut die Linien auf. Die einzige Einheit unterhalb der Linie ist der Punkt. Dennoch sehe ich die Punkte, da sie wichtige Elemente meiner Zeichnungen sind, als ebenso wichtig an. Die extreme Einfachheit der Linie führt zu einer Art unabhängigen Ästhetik. Sie stellt keine Idee dar, da sie aus nichts anderem besteht als aus sich selbst. Um ihre ästhetische Macht zu entfalten, braucht die Linie ihr eigenes Bezugssystem. Ich zeichne die Linien nicht, um etwas aufzubauen, sondern einfach nur, um Linien zu zeichnen. Die Formen und Motive, die in meinen Zeichnungen erscheinen, sollen einzig und allein die Bewegungen der Linien zeigen. Derjenige, der meine Linien betrachtet, wird mit einer unabhängigen Einheit konfrontiert.

Albert Janzen

Ohne Titel, 2015. Fünf schwarze Filzstifte auf einer weißen Tafel (vergängliches Werk, das vor seiner Zerstörung fotografiert wurde). Druck auf Forex. Einzelstück. Ausgabe 1/1. 150 x 200 cm

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